Stadtwerke: Protest gegen Stromkonzerne
13.03.2010|Volker Lange: Ein Zusammenschluss von 150 kommunalen Stromversorgern protestierte am Freitag massiv gegen die geplante Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. Die Stadtwerke forderten die Bundesregierung am Freitag auf, die Kernkraftwerksbetreiber im Falle einer Laufzeitverlängerung zu verpflichten, alte Kohlekraftwerke stillzulegen. Andernfalls drohten sie mit der Stornierung ihrer geplanten Milliardeninvestitionen in neue klimafreundliche Kraftwerke. Nach einem Gutachten, das am Montag von den Stadtwerken veröffentlicht werden soll und dem „Handelsblatt“ bereits vorliegt, wird werden die längeren Laufzeiten die Vormachtstellung der vier Kernkraftwerksbetreiber Eon, RWE, EnBW und Vattenfall auf Jahre festschreiben. Auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) teilt diese Befürchtungen. Dessen Präsident Stephan Weil sagte im “Handelsblatt”, viele Stadtwerke hätten im Vertrauen auf den Atomausstieg ihre Investitionen geplant. Wenn nun die Kernkraftwerke länger am Netz blieben, zementiere dies die Machtstrukturen. Aktuell beteiligen sich die Stadtwerke mit etwa 10 Prozent an der deutschen Energieerzeugung.
Morgenwelt Björn Hansen, Matthias Kirketerp, Volker Lange
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