Die Sonne bleibt attraktiv- trotz Novelle!
03.03.2010|Volker Lange: Das Bundeskabinett hat die umstrittene Kürzung der Solarsubventionen beschlossen. Ab dem 1. Juli soll die Einspeisevergütung für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen um 16 Prozent gesenkt werden. Die Kürzung stieß bei CSU-Chef Horst Seehofer umgehend auf Widerspruch. Er kündigte an, dass Bayern „alle Hebel in Bewegung setzen“ werde, um eine Änderung zu erreichen. Aber keine Panik: Für private Anlagenbetreiber wird es jedoch weiterhin lukrativ bleiben, in Solaranlagen zu investieren, rechnet die “Welt” vor. Der Trick: Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms wird attraktiver. Zumindest relativ. Selbst verbrauchter Strom soll künftig um 12 Cent niedriger vergütet werden, als die Einspeisung ins allgemeine Stromnetz. Die Rechnung ist einfach: Beträgt die Einspeisevergütung also etwa 34 Cent, bekommt der Eigenverbraucher immerhin noch 22 Cent ausgezahlt – dafür spart er aber selbst ca. 20 Cent pro Kilowattstunde, die er dem regionalen Erzeuger für regenerativen Strom bezahlt hätte. Rein rechnerisch verdient man mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach am selbst verbrauchten Solarstrom 42 Cent, also acht Cent mehr, als hätte man den Solarstrom ins Netz eingespeist. So bevorteilt die Gesetzesnovelle den Eigenverbrauch und sorgt so dafür, dass es attraktiv bleibt, Anlagen zu installieren. Und für die Industrie wird es attraktiv, kostengünstige Speicher für den selbsterzeugten Strom zu entwickeln. Für die Solarbranche sei die Novelle des Einspeisegesetzes ein voller Erfolg, meint deshalb die “Financial Times Deutschland” in einem langen Artikel und zeigt auf, dass sich die Solarbrache längst zu einem einflussreichen, gut mit der Politik vernetzten Wirtschaftszweig entwickelt hat. Sie ist erwachsen geworden. Im positiven wie im negativen Sinne, wie auch Spiegel online in zwei Artikeln zum Erfolg der Lobbyarbeit bei der FDP und bei den Grünen zeigt.
Morgenwelt Björn Hansen, Matthias Kirketerp, Volker Lange
Konzeption & Gestaltung: