Biokraftstoff für die Luftfahrt im Praxistest
31.03.2010|Volker Lange: Erstmals glückte der US-Luftwaffe ein 90-minütiger Testflug, bei dem in allen Triebwerken einer A-10 C Thunderbolt II ein Kraftstoffgemisch aus 50 Prozent fossilem Flugbenzin und 50 Prozent Leindotteröl verbrannt wurden. Im Pentagon ist man begeistert, macht man sich doch schon seit geraumer Zeit darüber Sorgen, welche Treibstoffe dem Militär in einer Welt knappen Öls zur Verfügung stehen werden. Leindotter scheint sich dabei gegenwärtig als besonderer Liebling Biokraftstoff-Branche zu entpuppen. Die Leindotter-Pflanze (Camelina) braucht wenig Wasser, stellt geringe Ansprüche an die Bodenqualität, ist als Fruchtfolge für Weizen geeignet, und benötigt weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel als andere Biokraftstoff-Rohstoffe und stehe außerdem nicht in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. Das zumindest behauptet der Hersteller, die US-amerikanische Firma “Sustainable Oils“. Das Internetportal “Biofuels Digest” zeigt sich schon sehr optimistisch: Bis zum Jahr 2025 könnten etwa 260 Millionen Liter Leindotter-Biokraftstoffe für den Flugverkehr und die Biodiesel-Herstellung produziert werden. Allerdings: Selbst wenn dieser Wert erreicht würde, wäre es nur ein bescheidener Anfang. Allein in Deutschland werden jährlich über fünf Milliarden Liter Flugbenzin produziert!
Morgenwelt Björn Hansen, Matthias Kirketerp, Volker Lange
Konzeption & Gestaltung:
Hayden Vinke
SPD-Chef Gabriel warnte schon, dass das Einführen von dem Sprit E10 kein guter Vorschlag ist. Tja, leider werden kompetente Minister dann aus der Behörde gehoben. Sein Nachfolger hatte immerhin 16 Monate Zeit, sich darum zu kümmern. Röttgen hat dennoch, wie gewohnt in dieser Regierung, einfach nichts erledigt. Jetzt stellt sich die Frage:In welchem Interesse geschieht das alles mit E10? Sicher nicht im Interesse der Autofahrer und Verbraucher. Aber der Verbraucher bzw. Autofahrer soll das volle Risiko tragen. Und: wenn wie überlegt Alle E10 tanken würden, wie viele Felder müssten dann extra dafür angebaut werden? Da meint Jemand, dass hätte keine Konsequenz auf die Nahrungsmittelpreise. Anstatt dafür zu sorgen, dass die maschinelle Produktion einfach umweltfreundlichere Fahrzeuge produziert, schütten wir Nährmittel in den Tank. Das Problem, dass nicht alle Motoren den neuen Sprit verarbeiten, könnte möglicherweise mit diesem Membranen gelöst werden.