Einspeisevergütung
Jetzt schnell noch die Sonne aufs Dach!
01.10.2009|Volker Lange: Was bedeutet die schwarz-gelbe Koalition für die Solarbranche? Zumindest wohl eine deutlich Kürzung der Vergütung, die man heute für seinen Strom vom Dach erhält. Besitzer von Solaranlagen erhalten immerhin noch 43,1 Cent je eingespeister Kilowattstunde Solarstrom (allerdings ab 1.1.2010 nur noch etwa 39 Cent). Das ist eine fette Rendite von bis zu sieben Prozent, wie erst im August die Zeitschrift „Finanztest“ vorgerechnet hat. Zumal Hauseigentümer jetzt erstmals auch eine Förderung für Solarstrom erhalten, den sie selbst verbrauchen. Kleine Stromproduzenten können mit ihrer Solaranlage oft eine langfristige Rendite von mehr als 5 Prozent vor Steuern erzielen, im Einzelfall sind sogar mehr als 7 Prozent drin. Und für kaum eine andere Investition lassen sich Einnahmen und Ausgaben so gut kalkulieren, wie die herunterladbare Excel-Tabelle bei “Finanztest” zeigt. Nun war es nie im Sinne des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) „übermäßige Gewinnspannen entstehen zu lassen” wird der Energieexperte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in der „Zeit“ zitiert. Erst kürzlich verlangte er von den zuständigen Ministerien eine einmalige Kürzung von 30 Prozent. Auch das Branchenmagazin Photon spricht sich für Einschnitte von einmalig 20 Prozent aus. Und selbst Solarworld-Chef Frank Asbeck forderte eine Kürzung der Solarstrom-Vergütung. Die Zeit, in der Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach ein gutes Geschäft waren, könnte also schon bald vorbei sein. Ein guter Grund, sich zu sputen. Denn für alle Anlagen, die bis zu einer eventuellen Änderung des Gesetzes ihre Betrieb aufnehmen, werden die alten Konditionen wohl weiter gelten.
Morgenwelt Björn Hansen, Matthias Kirketerp, Volker Lange
Konzeption & Gestaltung: